Geschichte

Geschichte

Gründung des Vereins

Es war in der Zeit nach dem verlorenen 1. Weltkrieg und der Inflation als der Fußballsport von England nach Europa und damit auch nach Deutschland vordrang. Zuerst in den größeren Städten betrieben und von sportlich interessierten jungen Menschen mit Begeisterung aufgenommen, begann die Ausbreitung alsbald in den Vorstädten und auf dem Lande. Auch in unserem Heimatdorf entdeckten einige Sportler die Liebe zu diesem neuen Sport, so dass man eine Vereinsgründung beschloss.

Besonders aufgeschlossene junge Männer scharten sich zusammen und führten am 24. Oktober 1925 eine Gründungsversammlung durch.

Eine wahrhaft denkwürdiger Tag und damit gleichzeitig die Geburtsstunde unseres Vereins.

Über diesen Vorgang wollen wir aus dem Protokollbuch berichten:

Auf Veranlassung der Herren,

Heinrich Wink, Richard Kreislmeier, Karl Schick, Ernst Gutermann und August Renner hat am Samstag, dem 24.10.1925 um 19:30 Uhr in der Wirtschaft Gottfried Kreiselmeier eine öffentliche Besprechung stattgefunden, in der einstimmig beschlossen wurde, am hiesigen Platze einen Fußball-Verein zu gründen. In der Versammlung waren folgende Sportfreunde anwesend, die sich durch Eintrag in eine Liste bereit erklärten, dem Verein als Mitglieder beizutreten:

Kiefer Heinrich, Stephan Wilhelm, Heiser Alfons, Hammel Wilhelm, Wink Heinrich, Kohler Friedrich, Kreiselmeier Armin, Kiefer Richard, Wilhelmi Oskar, Heiser Oswald, Reuther Otto, Steiger Alfred, Schäfer Friedrich, Hild Willi, Walter Herrmann, Schick Karl, Eichenlaub Ludwig, Hammel Adam, Kreiselmeier Otmar, Reimer Edmund, Ellenberger Arthur, Renner August, Gutermann Ernst, Reimer Eduard, Wink Otto, Hild Ernst, Lukas Alfons, Karch Karl, Karch Richard, Gutermann Otto, Kübler Adolf, Kreiselmeier Gottfried, Weber Karl, Kreiselmeier Arthur und Kreislmeier, Richard.

Als ersten Punkt erledigte man dann die Taufe des Vereins. Durch verschiedene Vorschläge kam es zu dem einstimmigen Beschluss, dass der Verein den Namen:

Fußball-Club Ruchheim 1925

tragen soll.

Ferner wurde beschlossen, bis zum 01.01.1926 eine provisorische Vorstandschaft zu wählen, aus der folgende Mitglieder hervorgingen:

1. Vorstand: Kiefer, Heinrich

2. Vorstand: Stephan, Wilhelm

1. Schriftführer: Heiser, Alfons

2. Schriftführer: Hammel, Wilhelm

Kassierer: Wink, Heinrich

Spielausschussvorsitzender: Kohler, Friedrich

Beisitzende: Kreiselmeier Armin und Kiefer Richard

Ballwart: Wilhelmi Oskar und Heiser Oswald

Revisoren: Reuther Otto und Steiger Alfred

Vereinsdiener: Gutermann Fritz

Durch die Mitglieder wurde dann die Wirtschaft Gottfried Kreiselmeier als Vereinslokal gewählt. Auf Antrag verschiedener Mitglieder wurde festgelegt, eine Vereinstafel im Lokal aufzuhämgen. Zwei Mitglieder erklärten sich bereit, dies unentgeltlich herzustellen.

Weiter wurde eine Mitgliederwerbung beschlossen und der Mitgliedsbeitrag festgelegt:

Eintrittspreis: 1,00 Mark für Mitglieder ab 16 Jahren

0,50 Mark für Mitglieder unter 16 Jahren

Durch freiwillige Gaben wurden von den Versammelten 25,65 Mark gestiftet.

Die Versammlung wurde durch ein 3faches „Hoch“ auf den 1. FC Ruchheim 1925 geschlossen.

Nach dieser ausführlichen Schilderung der Geburtsstunde unseres Vereins möchten wir uns nun darauf beschränken, die wichtigsten Stationen festzuhalten.

Der Verein beginnt Aktivität zu entwickeln. Die Vorstandschaft bemüht sich um Stangen für Tore und um einen Fußballplatz.

An der 1. Generalversammlung am 07.11.1925 wurden 21 neue Mitglieder aufgenommen und es meldeten sich 27 Mitglieder, die aktiv Fußball spielen wollten.

Die Vereinsfarben schwarze Hose und weißes Trikot werden festgelegt.

Der erste Fußballplatz mit der „legendären“ Betonplatte auf der Kuhweide wird von der Gemeindeverwaltung zugeteilt. Er muss mit dem bereits bestehenden Sportverein gemeinsam genutzt werden.

In den folgenden Jahren hat sich der Verein zielstrebig weiterentwickelt. Außer dem Sportbetrieb kam auch das gesellschaftliche Leben nicht zu kurz. Vereins- und Maskenbälle, Fußball-Werbespiele, Ausflüge, Sport- und Stiftungsfeste sowie traditionelle Weihnachtsfeiern wurden durchgeführt.

Die sportlichen Leistungen wurden besser und im Jahre 1930 schaffte unsere erste Mannschaft den Aufstieg in die A-Klasse.

In den Jahren 1930 – 1932 wirkte sich die schlechte Wirtschaftslage auch im Verein aus. Für arbeitslose Mitglieder wurde der Betrag auf 30 Pfennig und für „Ausgesteuerte“ auf 20 Pfennige, sowie die Eintrittspreise bei Heimspielen für diesen von der Not besonders hart getroffenen Personenkreis auf 10 Pfennige ermäßigt. Der Kassierer klagte in der Generalversammlung im April 1932 über einen unbefriedigenden Kassenbestand, der darauf zurückzuführen sei, dass nur noch ein Drittel der Mitglieder zahlungsfähig war. Die Not war groß und die politischen Ereignisse drangen tief in das Vereinsleben ein. Nur so lässt es sich erklären, dass vom 08.05.1932 bis zur Generalversammlung am 30.07.1933 keine Versammlungen oder Vereinssitzungen durchgeführt wurden bzw. im Protokollbuch keine Aufzeichnungen darüber zu finden sind.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalisten macht sich allmählich der Eingriff des Staates in den Sport bemerkbar. Ein Wehrsportwart und ein Werbewart müssen ernannt und nach Berlin gemeldet werden. Besonders auffallend ist, dass ab diesem Zeitpunkt der Vorstand erstmals nun zum „Vereinsführer“ wird.

Auf sportlichem Gebiet ist zu berichten, dass die A- und B-Klasse aufgehoben und dafür eine 1. und 2. Kreisklasse eingeführt wurde. Am 01.01.1935 zählte der Verein 84 Mitglieder gegenüber 57 im Vorjahr. Eine Jugend- und eine Schülermannschaft wurden gegründet und vom Verein erstmals mit einer kompletten Sportkleidung ausgerüstet. Das Geld für die Fußballschuhe streckte der damalige 1. Vorsitzende Peter Gutermann, vor. Die jungen Fußballer konnten das „Darlehen“ beliebig zurückzahlen.

Dem Wunsch der Staatsführung, den Sport einheitlich auszurichten und kein Vereine in einem Großverein zusammenzuschließen, konnten sich bei den bekannten politischen Verhältnissen auch die Ruchheimer Sportler nicht verschließen. Auf einer gemeinsamen Generalversammlung am 05.06.1937 wurde der Zusammenschluss der beiden sporttreibenden Vereine zu einem Großverein unter dem Namen „Turn- und Sportgemeinde 1896/1925 Ruchheim“ vollzogen.

Wenn man die politische Situation außer Acht lässt, gab es in dieser Zeit hauptsächlich im Jugendsport schöne Erfolge. Viele Allroundsportler spielten abwechselnd Fußball und Handball, sodass spielstarke Mannschaften zur Verfügung standen. Dies wirkte sich in den ersten Kriegsjahren günstig aus, als der Spielbetrieb hauptsächlich auf die Jugendmannschaften beschränkt war. Sie boten hervorragende Leistungen und gaben zu großen Hoffnungen Anlass. Leider kehrten jedoch viele unserer jungen Fußballspieler aus dem Krieg nicht mehr zurück.

Nach dem verlorenen 2. Weltkrieg wurden von den Alliierten alle Vereine verboten. Neugründungen mussten beantragt und genehmigt werde, so konnte man erst im Jahre 1946 einer Wiedergründung nähertreten. Bestimmte Vorschriften der Militärregierung waren zu beachten.

Als dann soweit war, wurden zwei Namen „ASV oder SV“ vorgegeben, aus denen die Wahl getroffen werden musste. In Anbetracht der Tatsache, dass in Ruchheim bereits früher ein Sportverein bestand, von dem viele Mitglieder auch bei der Neugründung von Anfang an wieder dabei waren, wurde, der Tradition folgend, der Name, „Sportverein Ruchheim 1946“ gewählt.

Nach der Neugründung mit den Abteilungen Fußball und Handball nahm die 1. Fußballmannschaft in der untersten Spielklasse , der Kreisklasse Ludwigshafen, den Spielbetrieb wieder auf.

Junge Talente und erfahrene Spieler ließen in den Jahren 1948/49 eine homogene Mannschaft in der Kreisklasse heranwachsen. So konnte der SVR in der Kreisklasse eine gute Rolle spielen und mit Abschluss der Saison 1949/50 die Klassenmeisterschaft erringen. Besonders zu erwähnen war, dass zum Meisterschaftsball im Gasthaus „zum Schwanen“ alle Spieler und ihre Damen mit der Kutsche abgeholt wurden. Als herrschaftlicher Kutscher in Frack und Zylinder fungierte Hans Gutermann.

Leider gelang der Aufstieg in die höhere Spielklasse noch nicht. Erst im folgenden Spieljahr 1950/51, nach erneuter Meisterschaft, wurde er geschafft.

Nach drei Spieljahren in der Bezirksklasse bzw. in der A-Klasse Gruppe Nord, gelang im Spieljahr 1953%4 der große Wurf: Meister der A-Klasse Gruppe Nord und Qualifikation für die 2. Amateurliga Vorderpfalz und somit der wohl größte sportliche Erfolg in der Vereinsgeschichte.

Der SVR als „kleinster“ Verein dieser Spielklasse – von der Einwohnerzahl Ruchheims (1700) sowie von der damaligen Mitgliederzahl (200) her gesehen- vermochte hier eine gute Position einzunehmen und begründete damit seinen guten Ruf im pfälzischen Fußball. Höhepunkt in dieser Ära, war die Erringung der Vorderpfalz-Pokalmeisterschaft im Jahre 1964.

Als nach 14 jähriger Zugehörigkeit zur 2. Amateurliga der SVR dem Abstieg nicht mehr entgehen konnte, glaubten viele Pessimisten an ein weiteres Abgleiten, da die Substanz eines so kleinen Vereins für diese Spielklasse nicht ausreichen würde. Jedoch wurde im folgenden Spieljahr 1967/68 die Meisterschaft in der A-Klasse Gruppe Nord erkämpft und somit der Wiederaufstieg geschafft.

Von 1968 – 1975 spielte der SVR weiterhin in der zweithöchsten Spielklasse der Amateure, bis im Jubiläumsjahr infolge eines Generationswechsels der Abstieg in die A-Klasse Nord erfolgte.

Die neue Spielklasse sollte in erste Linie der Konsolidierung und des Wiederaufbaus einer spielstarken Mannschaft dienen, wir konnten aufgrund zahlreicher Erfahrungen gut mitmischen und waren immer auf den ersten Plätzen der Tabelle etabliert.

Im Jahre 1967 erstellt die Gemeinde Ruchheim einen neuen Sportplatz am Brunneweg und übergab ihn in einer kleinen Feierstunde den örtlichen Vereinen zur Nutzung. Der Wunsch nach Wasch- und Umkleideräumen konnte wegen finanziell fehlender Mittel von der Gemeinde jedoch nicht erfüllt werden. Die Aktiven mussten nach den Spielen die Duschräume in der Schule benutzen. Dies war hauptsächlich im Winter mit gesundheitlichen Schäden verbunden und kaum mehr zumutbar.